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Wenn ich an Gunter Dueck denke…

“Unser Bildungssystem aber trichtert vor allem ein, was schon im Internet steht. Wir lernen nicht, professionelle Menschen zu sein oder Persönlichkeiten zu werden. Wir werden nicht auf das Komplexe vorbereitet.” (Gunter Dueck)

… dann denke ich als Erstes, dass es tatsächlich ein Vortrag von der re:publica bis in die Financial Times Deutschland geschafft hat. Das ist Euch doch auch aufgefallen, oder, dass es sich bei seinem Essay in der FTD quasi um eine Abschrift der Video-Aufzeichnung handelt?
(Das ZEIT-Interview vom 4. Mai und erst Recht das Interview auf PR-Blogger.de am 2. Mai boten da schon einiges mehr.)

[Einschub - Update 8. Mai, 9.40 Uhr: Erst jetzt lese ich den Bog-Beitrag von Uli Wirth und den Kommentar von Gunter Dueck himself dazu: Tatsächlich ist es so, dass die FTD auf ihn zugekommen ist und gefragt hat, ob er eine schriftliche Version des re.publica-Vortrags in der FTD veröffentlichen wolle. Mein Kommentar dazu im Blog (zurzeit noch nicht freigeschaltet) hat folgenden Tenor: Schade, dass dieser Zusammenhang zur re:publica nicht im Rahmen der FTD-Veröffentlichung offen gelegt wurde. So erweckt Gunter Dueck den Eindruck, als würden sich die Digital Natives seinen Argmenten bislang eher versperren und würden diese Trends, die er wahrnimmt, ignorieren. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die re:publica und die Blogerszene machen Gunter Dueck und seine Gedanken gerade erst richtig bekannt, weil sie ihn im Anschluss an die Konferenz ordentlich gepusht haben. Was mir zudem noch ein wenig aufstößt (und was ich in dem Blog-Kommetar nicht geschrieben habe), ist, dass dieser Aufruf an die Digital Natives ein wenig aufgepropft ist. Der kam im Vortrag in dieser Form nicht vor, und der ist auch aus den Argumenten nicht nbedingt abzuleiten - dazu schreibe ich unten noch mehr: Warum sollten ausgerechnet die Digital natives zu dieser Revolution in der Lage sein. Sind die denn im Sinne Duecks automatisch professionel im engeren Sinne???? Einschub-Update-Ende]

Als nächstes denke ich an die morgendliche Diskussion mit meinem Freund, dem ich die Thesen Duecks nach der re:publica nahezubringen versuchte. Ich fasste die Argumentation ungefähr so zusammen:

  • Soft Skills werden die echten Kernkompetenzen, weil das reine Fachwissen über das Internet abbildbar wird.
  • Wirklich gute Fachkräfte wissen nicht einfach nur viel, sondern Sie sind in der Lage zu begeistern, zu überzeugen, mit schwierigen Situationen umzugehen, vor allem zwischenmenschlich.
  • Die kommunikativen Fähigkeiten sind immer entscheidender…

“Normale Amateur-Intelligenz brauchen wir nicht mehr.” (Gunter Dueck, re:publica XI, Minute 30.40)

Mein Freund hat nur müde gelächelt und gemeint, darum sei es schon immer gegangen, dass sei nicht neu, und er meinte, eigentlich traurig, dass das nun als neue Erkenntnis oder neue Entwicklung verkauft würde. Aus seiner Sicht sei es da schon immer drum gegangen. Hm…

Was ich nun auch noch denke, ist, dass ich mir überhaupt nicht anmaßen möchte, ein abschließendes Urteil über Duecks Thesen zu erlauben. Sie wirken auf mich zunächst einmal phaszinierend und inspirierend – auch wenn sie vielleicht nicht neu sind und mit der Revolution der Digital Natives, zu der er aufruft, eigentlich gar nichts zu tun hat.

Bildung zur Professionalität - Chart von Gunter Dueck während seines Vortrags auf der re:publica XI

Wenn Dueck von der BILDUNG ZUR PROFESSIONALITÄT (re:pubica-Vortrag ab Minute 31) spricht, dann frage ich mich tatsächlich, warum er gerade die Digital Natives für  professionell und befähigt hält, in dieser Hinsicht eine Revolution anzuzetteln, die zu einem neuen Verständnis der Berufe führt (vgl. seinen Aufruf “Digital Natives, die Berufe müssen neu erfunden werden!”). Denn “professionell im engeren Sinn” ist für ihn ein Mensch mit hoher emotionaler Intelligenz, mit einer entwickelten Persönlichkeit. Seine These ist, dass Wissen heute keinen Vorsprung mehr verschafft, und er macht dies am Beispiel informierter Patienten beim Arztbesuch oder informierter Kunden beim Beratungsgespräch in der Band fest. Und wenn reines Wissen nichts mehr zählt, emotionale Intelligez alles ist, dann läuft das natürlich zwangsläufig auf seine mit Nachdruck gestellte Frage hinaus: “Wer macht dann die Persönlichkeitserziehung?” (re:pubica-Vortrag ab Minute 34.29)

“Ich empfehle, einfach alle Menschen als motiviert anzunehmen und so zu behandeln – lassen Sie uns die Erziehung umbauen!” (Gunter Dueck auf PR-Blogger.de)

Doch genau da wirds jetzt ein wenig nebelig in seiner Argumentationskette: Digital Natives sollen nun besonders professionell sein, womöglich gar noch im Sinne voll entfalteter Persönlichkeiten? Also, ich will jetzt gar nicht ketzerisch klingen mit meinen 40 Jahren, doch genau diese Verknüpfung halte ich für gewagt. Haben denn Digital Natives nicht vor allem erst einmal eines verdammt gut drauf: das Internet anzuzapfen, wenn es darum geht, Wissen zu generieren? Sind Sie denn automatisch die emotional intelligenteren Menschen? Wer hat sie denn zu Persönlichkeiten erzogen? Doch bestimmt nicht die abwesenden Eltern, die überforderten Lehrer oder die frontallehrenden Professoren an den verschulten Hochschulen…

Ich möchte den Thesen von Gunter Dueck gern Glauben schenken, ich möchte auch gern denken, dass von den Menschen, die sich souverän im Netz bewegen und vernetzen und organisieren (ein Wort, dass nun doch wieder nach Revolution riecht…), eine treibende Kraft ausgeht, um unsere Gesellschaft im positiven Sinne zu verändern. Allein, ich weiß nicht, ob das nicht zu idealisierend gedacht ist.

“(Die heutige Welt ist mit dem kurzfristigen Optimieren im Kleinen am Ende. Nicht, dass dies falsch wäre – es ist nur falsch es ausschließlich zu betreiben.)” (Gunter Dueck auf omnisophie.com)

Auf der anderen Seite… Es gibt ein wunderbares Zitat, das muss ich hier noch zum Besten geben: ein Satz, den Gunter Dueck selbst in Klammern gesetzt hat, und den ich gern viel prominenter platziert wissen würde:

Ich mag diese Art und Weise, groß zu denken und weit zu denken. Es ist der Visionär, der da spricht, und der sollte weder vom Skeptiker noch vom Realisten sofort “platt gemacht” werden. Lassen wir ihn doch einfach mal eine Weile auf uns wirken und versuchen wir mal, unsere eigene visionäre Seite zu entdecken und einfach mal schauen, was dabei entsteht.

Nur irgendwie wird mir das Visionäre vom Dueck noch nicht konkret genug. Sobald mir was dazu einfällt, melde ich mich wieder.

——————————————————————-

PS: Gunter Dueck hätte meines Erachtens übrigens wunderbar als Impulsgeber in die erste Woche des OpenCourse 2011 zum Thema”Warum sich etwas verändern muss. Lern- und Bildungsvisionen” gepasst…

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Discussion

30 Responses to “Wenn ich an Gunter Dueck denke…”

  1. Dörte, vielen herzlichen Dank für Deinen wunderbaren Beitrag.

    Dein letzter Satz: ich kann ihn konkret machen. Das was Gunter Dueck erzählt habe ich bereits dreimal im Arbeitsleben aktiv erlebt. Visionär und wenig konkret sieht es stets solange aus bis man es selbst erlebt hat!

    Posted by RalfLippold | 8. Mai 2011, 09:14
    • Hallo Ralf, das macht mich nun neugierig. Wäre spannend, wenn Du beizeiten mal erzählen magst (und darfst), was Dir konkret widerfahren ist…

      Posted by Dörte Giebel | 8. Mai 2011, 23:01
  2. Ich find die Vision auch recht unkronkret. Und dann frage ich mich, ob es stimmt, dass man “reines Fachwissen” nicht mehr braucht, nur weil es so zugänglich ist, dass es sich jeder aneignen kann? Dazu mal ein Video aus unsrem Haus
    http://www.youtube.com/watch?v=CYDlrgW9BUE

    Posted by Christina Fischer | 8. Mai 2011, 10:18
    • Also, das ist wirklich ein witziges Video, jedoch im Internetzeitalter würde ich da gern mal das Buch durch das Internet ersetzt sehen. Wie schneidet die Präsenzuni da ab? Diese Frage wird sicherlich noch im OpenCourse thematisiert werden.

      Posted by Dörte Giebel | 8. Mai 2011, 23:02
  3. Ja, die FTD ist auf mich zugekommen und hat “so etwa” das auf der re:publica erwartet. Da habe ich jetzt nicht sklavisch alles noch einmal nachgekaut und es auch deshalb nicht gekennzeichnet. Der Aufruf-Charakter (also Titel und der insbesondere der lange Untertitel) ist von der FTD, weil Verlage und Zeitungen IMMER die Titelhoheit haben. Ich bin da meist nicht wirklich glücklich. Denken Sie an die deutschen Filmtitelübersetzungen amerikanischer Filmhits. Und dann spüren Sie Inkonsistenzen…

    Zu Ihrem Wunsch nach Konkretem: Ich habe doch über zehn Bücher über so etwas geschrieben, in jedem Detail. Vieles im Vortrag steht im Buch AUFBRECHEN. Sie können doch nicht verlangen, dass ich alles, Vision und Konkretes, in ein paar Minuten runterbete – wo ich ja auch nicht in dieser Szene bekannt war.

    Es ist auch nicht so, dass ich erst durch die re:publica bekanntgemacht wurde. Ich arbeite schon lange mehr in dem Bereich, wo das Technische des Internets geschaffen wird. Da bin ich ja seit Jahren bekannt. Ich war halt noch nicht in der Blogger-Szene, die ja auch nur eine nicht ganz große Parzelle ist (sorry, ist so).

    Professionalität: Das ist ein sehr schwieriges Thema, dazu gehört nicht nur EQ, auch Kreativität, Kraft, Struktur, Sinn für Sinn, Sinn für Marketing etc…kommt demnächst als Buch…in jedem Detail!

    Müdes Lächeln Ihres Freundes: Früher arbeiteten wir in Hierarchien, waren also in einer Abteilung. Heute arbeiten wir in vernetzten Projekten. Natürlich gab es die Notwendigkeit von EQ schon immer, aber jetzt wird es entscheidender…das ist NEU. …

    Und schließlich: Es geht darum, dass etwas wirklich geschieht. Deshalb rede ich darüber solange, wie es nicht geschieht und packe auch an. Wenn ich also das zweite Mal drüber rede, ist es nicht mehr neu, aber es ist eben noch nicht geschehen.

    Jetzt hör ich auf, das Wetter ist so schön…Gruß GD

    Posted by Gunter Dueck | 8. Mai 2011, 10:31
    • Meine direkte Antwort finden Sie zwei Kommentare weiter unten (ich lerne die Kommentarfunktion grad erst kennen, mein Blog samt Template ist ja noch frisch…).

      Posted by Dörte Giebel | 8. Mai 2011, 23:04
  4. Dieser interessante Artikel und auch andere über Herrn Dueck lassen bei mir immer wieder eine Frage im Geist auftauchen: “Braucht es dafür nicht eine Grundlage?”

    Hier jetzt einfach ein paar dahingeschrieben Gedanken – angeregt durch Deinen Artikel und weiterfließend (à la Kleist “allmäliche Verfertigung der Gedanken beim Reden”)

    Was ist wichtig zum Entfalten der Persönlichkeit? Motivation, Zuversicht, Raum zur Entfaltung, Aufmerksamkeit & Förderung der Leidenschaften?
    Aber doch auch bestimmte Techniken, die helfen kritisch zu denken, zu hinterfragen?

    Mir persönlich schadete es nicht, bestimmte Dinge zu wissen, einfach, weil es mir so möglich ist, Verknüpfungen herzustellen. Wie soll ich wissen, dass etwas verknüpft werden kann, wenn ich noch nie etwas davon gehört habe. Zwar kann man darüber stolpern, zufällig…
    Was ist mit dem “educated guess” – eine Technik, die mir so häufig so viel weiter geholfen hat. Diese ist doch nur möglich, wenn Wissen existiert – und zwar nachhaltiges Wissen. Und das braucht Zeit… und die Möglichkeit, sich auszuprobieren…

    Um die Chancen der Vernetzung zu nutzen ist es wichtig, zu wissen, dass diese existieren. Das lässt mich an einen Artikel denken, den ich vor kurzem las und welcher über die “2-Klassen-gesellschaft” im Internet berichtete (SpiegelOnline: Soziale Spaltung im Netz). Das ist jedoch wieder ein ganz anderer Aspekt… ich verzettele mich und muss auch noch ein bisschen nachdenken ;)

    Einen schönen Sonntag! Mel

    Posted by sumomi | 8. Mai 2011, 10:31
    • Mir gefällt insbesondere Dein Satz “Wie soll ich wissen, dass etwas verknüpft werden kann, wenn ich noch nie etwas davon gehört habe.” Ein Plädoyer für Wissen, aber doch noch mehr ein Plädoyer für die Fähigkeit, Verknüpfungen herzustelen. Denn jemand, der viel weiß, ist dazu nicht automatisch in der Lage. Nehmen wir das doch einfach mal in die Duecksche Definition von “professionell im engeren Sinn” mit auf. :-)

      Posted by Dörte Giebel | 8. Mai 2011, 23:06
  5. Hallo Herr Dueck,

    danke für Ihre ausführiche Antwort (trotz schönem Wetter :-) )! Sie merken zu Recht an, dass ich Ihre Bücher wohl noch nicht gelesen habe – und ebenso zu Recht, dass Sie die BloggerInnen nicht brauchen, um erste Bekanntheit zu erlangen.

    Mir gefallen Ihre Thesen und Ihre Forderungen. Skeptisch werde ich nur bei der Verknüpfung, dass es ausgerechnet die Digital Natives sind, die die geforderte Professionalität im engeren Sinne (so wie Sie es definieren) quasi automatisch in die Gesellschaft, in die Wirtschaft, in die Politik einspeisen werden.

    Die von Ihnen mit initiierte und getragene Diskussion sollten wir – und das sind nun seit der re:publica auch die BloggerInnen – noch stärker forcieren und in die unterschiedlichsten Bereiche trage. Insofern ist Ihr FTD-Essay perfekt platziert – da lässt sich über Titel und Bebilderung dan doch hinwegsehen (hätt ich zudem wissen müssen, wer da das letzte Wort hat)…

    Sonnige Grüße!

    Posted by Dörte Giebel | 8. Mai 2011, 10:46
  6. Hallo Dörte, Sumomi, Herr Dueck und alle Mitdiskutierenden,

    auch wenn ich nicht auf der re:publica war und (bisher) weder den Vortrag hören, noch die FTD dazu lesen konnte, muss ich zu zwei Punkten einfach etwas sagen:

    Ich stehe voll und ganz hinter Dörtes Satz, der für mich die Essenz der Debatte enthält: “Wirklich gute Fachkräfte wissen nicht einfach nur viel, sondern Sie sind in der Lage zu begeistern, zu überzeugen, mit schwierigen Situationen umzugehen, vor allem zwischenmenschlich. ”

    Und genau hier geht die Frage aber für mich weiter: WOFÜR begeistern, WOVON überzeugen – und WODURCH ? Und hier gibt für mich Sumomi eine Antwort, die ich so auch geben würde:
    “Mir persönlich schadete es nicht, bestimmte Dinge zu wissen, einfach, weil es mir so möglich ist, Verknüpfungen herzustellen. Wie soll ich wissen, dass etwas verknüpft werden kann, wenn ich noch nie etwas davon gehört habe. Zwar kann man darüber stolpern, zufällig…
    Was ist mit dem “educated guess” – eine Technik, die mir so häufig so viel weiter geholfen hat. Diese ist doch nur möglich, wenn Wissen existiert – und zwar nachhaltiges Wissen. Und das braucht Zeit… und die Möglichkeit, sich auszuprobieren…”

    Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass eine gute Bildung – und zwar im humanistischen Sinne des Begriffs, nicht als “Erziehung” ausgelegt – die Basis dafür ist, weiterdenken zu können, zu reflektieren. Und das wieder ist die Basis dafür, überhaupt einen Sinn in Vernetzung erkennen zu können, der über reine Informationsbeschaffung hinaus geht.

    Und damit sind wir wieder bei der Frage, wer/wo/wie das vermittelt werden kann? Kann es überhaupt vermittelt werden, oder kann man nur Anstösse und Anreize dafür geben? Und wie erreicht man die, die von ihrem sozialen Umfeld diese Anreize eher nicht mitbekommen?

    Und ehrlich gesagt hat für mich der Begriff “Professionalität” immer einen leicht schalen Beigeschmack – wobei ich nochmal dazu sagen muss, dass ich nicht beurteilen kann, in welchem Kontext genau er hier wie definiert wurde!. Für mich klingt er eher nach “Beruf” und “Spezialistentum” als nach “Berufung” und breiten Kompetenzen. Und für mich persönlich ist Persönlichkeitsentwicklung – gerade umgekehrt als auf der Folie – ein Weg hin zu Bildung und nicht zu Professionalität … aber eben unter der oben genannten Definition die ich dabei im Kopf und im Bauch habe :-) .

    Ein letzter Satz noch zur Uni: Nein, ich finde nicht, dass sich hier auf Klausurrelevantes Wissen beschränkt wird und “bachelorisiert” nur negativ ist. Ich kann auch hier nur von meinem gerade absolvierten Studiengang Bildungswissenschaft ausgehen, der nun sicher so nicht auf alle Studiengänge übertragen werden kann, sondern – davon bin ich überzeugt – schon etwas Besonderes ist und viel viel mehr vermittelt, als klausurrelavantes und vercreditpointetes Wissen :-) .

    Und die Bachelorstudiengänge und ihre Strukturierung haben -auch wenn sie in D noch alles andere als optimal umgesetzt werden – einen großen Vorteil: Sie bieten gerade Studenten die auf eher autodidaktischem Weg zum Studium gelangt sind und nicht aus akademischem Elternhaus stammen, die Möglichkeit sich stufenweise in die Uni – und damit in Reflektieren, über den Tellerrand blicken, eben “sich bilden” – hineinzufinden. Denn diese Fähigkeiten wurden in den alten so gepriesenen Studiengängen vorausgesetzt – und daran scheiterten viele die diese Voraussetzungen eben nicht mitbrachten. Die neue Struktur hat das Potential das zu ändern – zusammen mit neuem Vernetzten denken und anderen weiteren und offeneren Kommunikationskanälen eine riesengroße Chance für “mehr Bildung für alle” – meinetwegen dann auch mehr Professionalität, was sich meines Erachtens daraus zwangsläufig ergeben würde.

    Uff :-) ich hoffe das war nicht zu wirr, aber das musste ich jetzt einfach “einwerfen”. Und nun geh ich auch wieder in Sonne :-)

    Vorsommerliche Grüße
    Sabine Siemsen
    Siemsens Selbstlerner Community (sic ;-) )

    Posted by Sabine Siemsen | 8. Mai 2011, 13:13
    • Vielen Dank für diesen und auch alle anderen so inspirierenden Einwürfe – so viele neuen Anregungen. Ich bin ja quasi noch grün hinter den Ohren (zumindest habe ich das Gefühl, dass viele der aktiven Teilnehmer doch schon etwas mehr Erfahrung haben und nicht “gerade erst aus der Uni gepurzelt sind”) und freue mich über die vielen Denkanregungen.

      Etwas persönliches: Ich komme aus einem nicht-akademischen Elternhaus und war sehr froh um die Freiheit, die mir das Dipl.-Studium im Vergleich zu dem wie es jetzt ist lies. Besonders dankbar bin ich für die Zeit. Ich hätte das Studium (so wie der Physik-Bachelor an meinem Studienstandort umgesetzt wurde) heute nicht geschafft. Da bleibt keine Zeit um zu “Schwanken” und sich mit Unsicherheiten auseinanderzusetzen.

      Vielleicht ist mein “Kritikpunkt” oder das, wo ich an Hand eigener Erfahrung Probleme sehe, eher der Faktor Zeit und die härtere “Sleketion” durch die “3 mal versemmelt und raus bist du”-Regel, die es zuvor in diesem Studiengang an dieser Uni nicht gab. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass es nur die Ausnahme ist und dass es im Groß der Studiengänge und der Universitäten bessere/andere Regelungen gibt…

      Für mich ist die Frage:

      “Und wie erreicht man die, die von ihrem sozialen Umfeld diese Anreize eher nicht mitbekommen?”

      eine ganz essentielle.

      Ich hatte das Glück, dass meine Eltern stets der Meinung waren “Bildung ist wichtig!” und daher nach Ihren besten Kräften förderten. Andere hatten und haben es da schwierig. Aus ganz verschiedenen Gründen. Und aus einem Umfeld, in dem Bildung zum Teil verachtet wird (aus Selbstschutz oder anderen Überlebensmechanismus auch immer), herauszukommen, ohne jemanden zu haben, der an einen glaubt, wenn man ein kleiner Mensch ist – ist sehr sehr schwer! Es macht mich so traurig darüber nachzudenken, wie vielen Kindern dies so ergeht. :ó(

      Dazu beobachte ich leider zu häufig, dass selbst jene, die es geschafft haben und die in ihren Leistungen und mit ihren Fähigkeiten Anerkennung finden, nicht aufhören können zu zweifeln.

      Doch wie ist es möglich das zu ändern? Hinsehen? Nachspüren? Und dann die Erinnerung an Erzählungen von Lehrern, die dafür nicht die Zeit haben, zu viele Kinder, Druck der Eltern, Druck der Schule…

      Und dann die Frage, wie man “giftes Umfeld” ein wenig entgiften kann, ohne Familien zu spalten. Man kann nicht die Eltern zur Therapie zwingen und die Kinder in Internate schicken (oder in Ganztagsschulen + Freizeitgestaltung um sie so lange wie möglich von zu Hause fern zu halten).

      Hmm…
      Einen guten Start in die neue Woche! Melanie aka @sumomi

      Posted by sumomi | 9. Mai 2011, 08:57
  7. Ich liebe die provokativen Thesen und die visionäre Art von Gunter Dueck ebenso wie die von Peter Kruse. Diese Worte sind Nahrung für die Seele!

    Für den Anstoß zur Veränderung glaube ich übrigens, dass wir diese Persönlichkeiten mit ihrem Standing und der Ausstrahlung unbedingt brauchen. Denn Sie bilden eine Art Brücke zwischen der alten und der neuen Welt.

    Wir sollten diese Persönlichkeiten deshalb in allen Angelegenheiten unterstützen und verstärken.

    Ich habe manchmal leider das Gefühl, dass die “alte Welt” diese Brücken nicht mag und diese deshalb bekämpft, weil Sie Angst hat, dass sonst zuviel (Innovatives?) aus der neuen Welt in die alte Welt kommt und infiltriert.

    Ich denke da an einen kolportierenden Zeriss in der FAZ im Mai letzten Jahres!

    Posted by Andreas Mertens | 8. Mai 2011, 13:44
  8. Ich verfolge seit einigen Monaten die Beiträge und Bücher sowohl von Herrn Dueck als auch Herrn Kruse und muss bestätigen, dass die hier entwickelten Ideen wirklich inspirierend sind.
    Ich hatte vor ein paar Wochen das Thema Ausbildung 2.0 schon einmal aufgeworfen und auch dabei den Vortrag von Herrn Dueck mit integriert: http://bit.ly/g1cJPj
    Ich denke auch, dass viel zu wissen wichtig ist, um durch Verknüpfungen zu neuem Wissen zu gelangen. Aber wichtiger ist es, die notwendigen Kompetenzen dafür zuerst zu erlernen und dabei nicht den Spaß am Lernen zu verlieren. Der Rest folgt dannn von allein.

    Posted by Martin Bartonitz | 8. Mai 2011, 17:31
    • Hallo Herr Bartonitz,

      irgendwie kommen Sie mir alle vom Thema ab. Ich habe nichts gegen Bildung und Wissen gesagt…ich meine, dass EINFACHE Arbeiten immer weniger Wissen verlangen, weil sie automatisiert sind, das habe ich an Beispielen der Flachbildschirmrückseitenberatung erklärt. Der Rest, der dann übrig bleibt ist SCHWERER und braucht NOCH MEHR Bildung und jetzt bitte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Achtung !!!!!!!!!!! DAZU noch alle die anderen Intelligenzen der Emotionalität, Kreativität, Energie etc. Von allem NOCH MEHR, weil das EINFACHE schon im netz steht. Nicht alles, aber das EINFACHE. Google ist doch jetzt Konkurrent und man mus mehr können. Viel mehr! Deshlab haben wir Fachkräftemangel inmitten von Arbeitslosigkeit. Es gibt genug Leute, die nicht MEHR können….

      Und hier wird so getan, als wenn ich das Wissen und die Bildung abwerte, bloß weil ich sage, dass man ZUSÄTZLICH auch das Verhandeln, Verkaufen, Führen, Lehren, Managen Projektleiten etc. etc. können muss, nicht nur Bildung.

      Bildung haben Sie hier ja alle. Und Sie sind irritiert, wenn Sie jetzt auch noch alles andere auch können sollen. Das wertet Sie ab, wenn ich das fordere und tut vielleicht weh. Hilft aber nichts, schauen Sie in Stellenanzeigen!

      Was ist daran vage und unkonkret, wenn ich sage, dass es andere Bildungen gibt als die des Geistes im engeren Sinne, nämlich die des Unternehmers, des Projektleiters, des Innovators, des Vermarkters…??

      Posted by Gunter Dueck | 19. August 2011, 23:02
  9. Prima Beitrag :)

    Ich kann das nur unterschreiben, das Visionäre von Herrn Dueck ist in der Tat weit davon entfernt, Lösungen für Umsetzungen zu liefern. Haben wir aber oft bei Visionäre, oder? Er liefert sachdienliche Hinweise, jedoch keine Patentrezepte. Vielleicht braucht es das aber auch nicht. Ich habe bei unserer letzten Dozentenkonferenz auf das re:publica-Video hingewiesen – man kann ja auch mal klein anfangen. Die Diskussion wird kommen – und ich freu mich darauf.

    Posted by Uli Wirth | 8. Mai 2011, 19:44
    • Noch einmal ich: Ich habe ein ganzes Buch drüber geschrieben…und es kommt noch eins im September raus über “Professionalität”…das ist gerade in den Tagen der re:publica fertig geworden. Sie können jetzt doch nicht verlangen, dass ich das immer auf zwei Seiten sage! Das verzweigt sich doch alles ziemlich weit…
      Ich bin ein bisschen verzweifelt über die Internet 2.0 Kultur, die am besten den Sinn des Lebens ganz konkret einfach über 500 Twitter-Iterationen durch 450 Leute entwickelt und beschließt. Für so ein Buch hab ich ein volles Jahr nachgedacht – über die Thesen in den Artikeln, die das anreißen, auch.
      Ich schreibe da nicht einfach hohle Thesen, die mir auf der Terrasse einfallen…und es ist im Buch alles ausgeixt…aber ich kann etwas so Komplexes nicht einfach auf zwei Seiten sagen…

      Und komplexe Artikel will niemand drucken (habe gerade so eine Rücksendung bekommen) und komplexe Vorträge kommen nicht an…

      Ich tu also mein Bestes…und lebe dann mit diesem “nicht konkret”, “hat in seinen zwanzig Zeilen noch was Wichtiges vergessen”…etc..

      Ich zitiere einmal aus einer Rezension, die gibt es bei carta im Internet – über das Buch AUFBRECHEN:

      “Sein Buch beschreibt anschaulich und mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt, wie sich der Niedergang der Dienstleistungsgesellschaft vollzieht. Das überhaupt ist eine Stärke dieses Buches: Es bleibt nicht abstrakt, sonder bewegt sich immer entlang konkreter Fälle, mitten aus dem Leben gegriffen. Noch kaum irgendwo sonst wurden die aktuellen Veränderungen im tertiären Sektor so plastisch geschildert und in ihrem größeren Kontext erklärt als hier.” (Matthias Schwenk, carta.info, 26. Februar 2010)

      Posted by Gunter Dueck | 12. Mai 2011, 08:43
      • Lieber Herr Dueck, ich verstehe Ihre Verzweiflung doch nur zu gut, komme ja selbst als Germanistin vom langen Text her und liebäugele permanent mit dem Bücherschreiben, weil alles andere zu verkürzt ist. Schon nach ihrem letzten Kommentar hatte ich mir vorgenommen, demnächst ein Buch von Ihnen zu lesen und ausführlich zu besprechen.
        Die Rezension auf Carta, auf die Sie verweisen, kenne ich, den Autor übrigens auch, er ist Autor in dem Fernlehrgang “Social Media Manager”, den ich gerade entwickle. Was halten Sie von der Idee, dass ich mich nun erst einmal noch ein bisschen tiefer in Ihre Ideen einarbeiten und wir dann weiter diskutieren? Vielleicht wäre auch ein Interview oder ein von Ihnen verfasstes Kapitel in einem der Studienhefte sehr interessant. So könnten Sie in derr Ausbildung jener, die zukünftig die Geschicke der Unternehmen in Sachen Social-Media-Einsatz lenken werden, ein wenig mitbestimmen.

        Vor Komplexität habe ich keine Angst, also freue ich mich auf die Fortsetzung unseres Dialogs.

        Viele Grüße, Dörte Giebel

        Posted by Dörte Giebel | 12. Mai 2011, 08:56
  10. “Haben denn Digital Natives nicht vor allem erst einmal eines verdammt gut drauf: das Internet anzuzapfen, wenn es darum geht, Wissen zu generieren? Sind Sie denn automatisch die emotional intelligenteren Menschen? Wer hat sie denn zu Persönlichkeiten erzogen? Doch bestimmt nicht die abwesenden Eltern, die überforderten Lehrer oder die frontallehrenden Professoren an den verschulten Hochschulen…” fragst du.

    das möchte ich mal genauer anschauen: wenn die jeweils neue generation immer so würde, wie diejenige, die sie erzogen hat – wenn das so wäre, dann würde sich historisch der stand vom anfang ja einfach nur reproduzieren. kann ja nicht sein. und in umbruchzeiten ist der bruch mit dem alten und die emergenz von neuem doch noch deutlicher. und nicht nur in technologien und moden, sondern bis hinein in die persönlichkeit der einzelnen menschen. die tätigkeit macht die person – so jedenfalls sehen es Vygotskij und Co. und ich stimme ihnen zu. so werden die natives von vielem erzogen, aber die heutigen eben nicht nur von anderen menschen im
    offlineleben (Lehrer und Eltern)erzogen bzw. sozialisiert, sondern eben auch von dem neuen medium, bzw. von dem, was sie darin tun und von den menschen und communities, mit denen sie dort zu tn haben. Z.B. haben die jungen aus der generation meiner söhne häufig durch fb und MMORPG u.a. ein viel besseres socializing drauf als meine generation. sie teilen alles, kommunizieren wie die weltmeister und finden ihre problemlösungen meistens wenn nicht immer in der auswertung vielfältiger perspektiven. ich habe manches von meinen söhnen hierin gelertn – eben nicht nur technische medienkompetenz!

    und weiter: man bleibt nicht, wozu man erzogen ist. also die vorstellung, dass man – einmal sozialisiert – sich als person nicht mehr weiterentwickelt – ist aus der alten Lernvorstellung, in der lebenslanges lernen keinen platz hatte. schule und examen fertig – mensch fertig. danach kommt nur noch anwendung. dass diese vorstellung mehr und mehr verschwindet zugunsten der inzwischen allgemein verbreiteten LLL-vorstellung ist doch gerade den neuen gesellschaftlichen entwicklungen geschuldet, die von der erfindung des comuputers in gang gesetzt wurden. lernen heißt eben nicht nur kognitives wissen sammeln. lernen heißt heute: lebenslange persönlichkeitsentwicklung. und wissen heißt nicht mehr nur fakten kennen und wiedergeben können, sondern erfahrung in der problemlösung und generieren neuen wissens – vernetzt, collaborativ und rund um die uhr.
    Das IST neu! professionalität ist heute etwas anderes als früher. ein lehrer z.B. muss heute ANDERE dinge können als früher. er muss eine ANDERE rolle einnehmen als früher. er muss eine ANDERE persönlichkeit sein als früher. denn lernen ist etwas anderes geworden und daher muss auch “lehren” anders sein. und das ist nicht bloß eine methodenfrage – wie häufig fälschlich angenommen. nein, es ist eine frage, die die ganze person betrifft und das ganze system, in dem sie agiert. die tätigkeiten, die tätigkeitssysteme, die rollen, die regeln, die personen, die darin erforderlich sind und die in ihnen entstehen – alles ist verändert und wird sich verändern.

    Posted by Lisa Rosa | 9. Mai 2011, 11:34
    • Liebe Lisa Rosa,

      Du bist viel näher an dieser heranwachsenden Digital Natiive-Generation dran als ich, das ist zu spüren.

      Du schreibst: “Z.B. haben die jungen aus der generation meiner söhne häufig durch fb und MMORPG u.a. ein viel besseres socializing drauf als meine generation. sie teilen alles, kommunizieren wie die weltmeister und finden ihre problemlösungen meistens wenn nicht immer in der auswertung vielfältiger perspektiven.”

      Wahrscheinlich bringen Menschen, die sehr selbstverständlich mit den neuen digitalen Vernetzungsmöglichkeiten groß werden, da wirklich ein paar Fähigkeiten mit, die sie sich schlichtweg selbst beigebracht haben. Ich glaube ja auch, dass Autodidaktik in diesem Zusammenhang einen ganz neuen Stellenwert bekommt – bekommen müsste. Mein Eindruck ist, dass wir “Alten” hier viele der Fähigkeiten der “Jungen” noch gar nicht in ausreichendem Maße wertschätzen.

      Die spannende Frage bleibt, wie sich die verschiedenen Generationen bzw. die Menschen mit all diesen unterschiedlichen Fähigkeiten angesichts der aktuellen Herausforderngen aufeinander einlassen.

      Meine Erfahrung ist, dass noch sehr viele Entscheidungen (in Politik, Wirtschaft und anderen Systemen) von Menschen getroffen werden, die diese neue Form der Vernetzung nicht “drauf haben”.

      Siehst Du das auch so? Bist Du eher hoffnungsvll oder sorgenvoll zurzeit?

      Posted by Dörte Giebel | 15. Mai 2011, 18:05
    • Hallo Lisa Rosa,
      sowohl FB wie auch MMORPG sind heute gern herangezogene Beispiele, aber meist im negativen Sinn. Besonders MMORPG’s sind prädestiniert zu einer Sucht zu werden und ‘soziale Kontakte’ innerhalb des Spieluniversums beschränken sich i.d.R. auf dieses und schafft Abgrenzung. Schule/Lernen so wie realsoziale Kontakte werden vernachlässigt und die, die keine monatlichen Gebühren verlangen (WoW, FF11 etc.) verleiten zum Kauf besserer Waffen, Levelhilfen oder so genanter Ingame-Währung (Real Money Trading kurz RMT) und werden so möglicherweise zu einer Schuldenfalle.
      Die social-networks wie FB bedienen sich der persönlichen Daten und generieren Einnahmen, was aber bekannt sein dürfte. Das finde ich jetzt gar nicht so schlimm, denn unsere Daten sind im Netz, ob wir wollen oder nicht. Solange aber diese Netzwerke ausschließlich diesen Zweck verfolgen, sind sie auf meiner persönlichen ‘blacklist’.
      Selbst der Datenklau kürzlich bei Sony ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, auch wenn 100 Millionen Datensätze nach sehr viel klingt.
      Grundsätzlich obliegt die Nutzung des Web 2.0 der eigenen Verantwortung, es bleibt aber die Frage, ob junge Menschen, sagen wir hier mal 8-15 Jahre das notwendige Werkzeug wie Medienkompetenz mitbringen, die vorhandenen Gefahren richtig einzuschätzen.
      Ich möchte das Netz nicht als ganzen verteufeln, es ist fester Bestandteil unseres Lebens geworden und sinnvoll genutzt eine wirklich ausgezeichnete Plattform des Wissens.
      Ich wünsche mir, dass Empathie auch in Zukunft bedeutet, einen Menschen der Trost und Beistand benötigt in den Arm zu nehmen und nicht, dass kommende Generationen nur in der Lage sind nur in Form von Emoticons darauf zu reagieren, weil ‘echte’ Gefühle von gestern sind, um mal ein Bespiel zu nennen.

      LG Robert

      Posted by Robert | 15. Mai 2011, 19:50
  11. Hallo, auch wenn hier von Visionen geschrieben wurde, ist ein Hauch davon schon in bestimmten Personalabteilungen angekommen. Erwähnen möchte ich einen Bericht im WDR-Fernsehen, in dem es darum ging, neues Personal für die in Dortmund fast fertiggestellte Thier-Galerie zu finden. Dort sagte ein Personaler, er wäre nicht auf der Suche nach Schufachverkäuferinnen, das Fachwissen würde ihnen direkt im Unternehmen beigebracht. Viel wichtiger waren ihm soziale Kompetenzen, Freude an der Sache etc. Er ist auf der Suche nach Pro’s!
    Das ist natürlich ‘nur’ ein kleines Beispiel, aber diese Aussage hat mich sofort an Gunter Duecks Vortrag auf der re:publica 2011 denken lassen und macht mir persönlich Hoffnung, dass dieses Denken auf dem Vormarsch ist.

    Posted by Robert Rutkowski | 13. Mai 2011, 16:48
  12. auf die frage, ob ich eher pessimistisch oder optimistisch bin: ich denke, in the long run werden die menschen die probleme, die sich mit den neuen medien ergeben, meistern und ds potential nutzrn lernen. so war es jedenfalls mit den vorigen leitmedien auch. das heisst ja nicht, dass jeder einzelne mensch es “schafft”. immerhin hat die menschheit ja, obwohl sie seit 2000 jahren die schrift krnnt, noch heute viele millionen individurn von analphabeten. vllt wird dir analphabetenrate im digitalen zeitalter weiter sinken.

    zum problem fb und MMORPG: es gibt auch hier ebenso wie mit den vorigen leitmedien positive und negative moeglichkeiten. man kann mit einem flugblatt zum kreuzzug aufrufen und mit einer internetseite zum djihad gegen die demokratie oder die juden. man kann ebenso mit einem druckerzeugnis nuetzliches wissen verbreiten wie mit einem blogbeitrag. und man kann mit fb viel lernen und auch in WoW. ob oder ob nicht, haengt von so vielen souialen faktoren ab, da ist schon viel empirie zusammengetragen worden.

    Posted by Lisa Rosa | 15. Mai 2011, 22:00
  13. Update: Gunter Dueck hat die Diskussion auf Google+ noch einmal in Gang gebracht, wer also weiterlesen möchte:

    http://plus.google.com/u/0/102992735074563305128/posts/R1c4nRjwP1j

    Posted by Dörte Giebel | 21. August 2011, 15:40

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