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4 # Meine Woche im Netz

Meine Lieblinks der Woche – Rückschau KW 21 2011

Bei meinen Streifzügen durch Netz bin ich in dieser Woche an so Vielem vorbeigekommen, dass es hier jetzt ein herrliches Sammelsurium wird.

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Rivva reloaded? Virato = virale Trends online

Ambitioniert, dieser Slogan: Virato - Das interessiert Deutschland

Durch Oliver Gassners Linktipps habe ich dann auch endich mal Virato genauer ins Visier genommen – ein News-Aggregator, der seit dem Launch am 5. Mai 2011 von vielen mit beerdigten Rivva verglichen wird. Virato-Macher Björn Schumacher hat sich viel vorgenommen. Bis jetzt hat er in manueller Kleinarbeit 1.022 Quellen zusamen getragen – für die Suche unterteilt in Magazine und Blogs -, täglich kommen neue hinzu (Björn freut sich über Empfehlungen!), und ich bin stolz, sagen zu können, dass seit heute auch diese NetzFaktorei gelistet ist.

Virato stellt bei der Bewertung und entsprechenden Listung von Artikeln deren Verbreitungsgrad im Social Web in den Mittelpunkt – und das dies nur konsequent ist, hat Robert Basic in letzter Zeit immer wieder thematisiert: Nicht die Zahl der Verlinkungen von Blogs bzw. Blog Posts untereinander, sondern die Zahl der Verweise auf Twitter und Facebook sind heutzutage die eindeutigen Belege für die Einflussgröße von Bloggern/innen.

Virato bietet verschiedene Filter an, um bei der Suche, was Deutschland interessiert (welch ambitionierter Sogan…!), zwischen “echten” Blogs und Magazinen, zwischen deutsch- und englischsprachigen Beiträgen, zwischen dem Echo auf Twitter und Facebook sowie zwischen verschiedenen Zeiträumen (7 Tage bzw. 24/12/6/3 Stunden) zu unterschieden. Auch ein paar Schlagwörter – aus gegebenem Anlass zurzeit auch EHEC – lassen sich auswählen. Gerade was diese thematische Kategorisierung angeht, muss und wird sich in nächster Zeit noch viel tun, und natürlich auch, was die zahl der Quellen angeht. Doch bevor wir in Woche 3 der Alpha-Phase zu quengelig werden, sei hier das große Ziel von Björn Schumacher zitiert:

“Zudem werde ich versuchen, den Content mehr thematisch erfassbar zu machen und viele weitere Quellen suchen. Es gibt z.B. so viele tolle thematische Blogs in Deutschland, die alle ihre Fans haben, aber die leider oft nicht gefunden werden – außer man stößt die Nutzer darauf. Und meine Vorstellung ist, dass vielleicht irgendwann jeder Gartenbesitzer, jeder Gamer und jeder Golfer “seine” News bei virato.de findet. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.” (Quelle: Virato-Blog)

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Selbstkritisches und Krittelei aus der PR-Branche

Schon vor einer Woche hinterfragte Mirko Lange auf Facebook den neuen IHK-Zertifikatslehrgang “Social Media Manager” und war damit nicht der Einzige, der sich kritisch über das neue Weiterbildungsangebot äußerte. Auch auf Twitter gab es viele tendenziell abfällige Bemerkungen. Mich überrascht das, denn wenn ich die Situation mit den Anfängen der Professionalisierung von PR betrachte, so müsste sich so manch einer fragen lassen, ob er tatsächlich meint, dass nur Digital Natives und Ich-hab-schon-vor-2005-gebloggt-Gurus in der Lage sein sollen, in Unternehmen und Organisationen langfristig einen Wandel in den Kommunikationsprozessen einzuleiten.

Meine Sicht der Dinge: Nicht dass eine IHK einen solchen Zertifikatskurs anbietet, ist das Bedenkliche. Mit dem richtigen Expertenteam kann jeder Anbieter das leisten, dazu muss im Namen der Akademie nicht undebingt Social Media stehen. Es gibt für alle Weiterbildungsthemen Spezialanbieter und solche, die eine enorme Bandbreite an  Themen abdecken und natürlich jeweils Profis ranlassen. Und es gibt Institutionen wie die IHK, die natürlich das Image haben, übergeordnet Maßstäbe zu setzen. Und damit beginnen die Bedenken…

Wird hier ein Titel (Social Media Manager) von der IHK verramscht? Schließich darf man bei dieser Diskussion nicht übersehen, dass die IHK auch Ausbildungsberufe im Programm hat. Doch Achtung: Verwechslungsgefahr! Das betrifft nicht die Zertifikatskurse, und darum handelt es sich hier. Das wirft bei mir die Frage auf, warum sich die IHK nicht die Zeit und die Partner zur Seite genommen hat, um einen Schritt weiter zu gehen und den Social Media Manager als Berufsbild zu entwerfen… Das ILS bietet sich hier sicherlich an, schließlich hat die Fernschule viel Erfahrungen in der Zusamenarbeit mit IHKs und hat auch schon so manches Berufsbild mit entwickelt.

Das Bedenklich an dem IHK-Zertifikatskurs ist also vor allem die Kürze (5 Wochen, 62 Unterrichtsstunden) und Untiefe des Lehrgangs in Kombination mit dem Titel “Social Media Manager”. Also, ich hätte nicht den Schneid, mich damit auf eine entsprechende Stelle zu bewerben, die zurzeit zuhauf ausgeschrieben werden. Nun wollen die Menschen ja gern recht schnell etwas sein, ohne sich die Zeit zu nehmen, es auch zu werden. Für mich ist es stimmig, dass der neue ILS-Fernlehrgang, der mit dem gleichen Titel – Social Media Manager – abschließt, 12 Monate dauert und deutlich mehr Inhalte vermittelt, und zwar sowohl was die konkrete Umsetzung als auch die strategische Herangehensweise an Social-Media-Komunikation ageht.

Apropos Strategie: An dieser Stelle möchte ich unbedingt noch auf einen lesenswerten Blog-Artikel eines geschätzten Kollegen hinweisen: Berhard Jodeleit, Autor des Buches “Social Media Relations”, hat in dieser Woche unter dem schönen Titel “Monitoring for nothing” den Finger in die Wunde vieler PR- und Marketing-Verantwortlicher gelegt, die zurzeit viel Geld für gar nichts ausgeben, weil sie zwar ein Monitoring durchführen lassen, mit den Ergebnissen aber nicht anfangen (anzufangen wissen). Von mir gibt’s dazu ein ausdrückliches Jawoll! Erst überlegen, wer (!) sich zu welchem Zweck (!!) der Ergebnisse annimmt, dann mit dem groß agelegten Monitoring starten, oder besser: klein starten, Erfahrungen sammeln, auswerten, ausbauen… Also, in diesem Sinne dienen meine Tipps zum Üben und Testen und lassen die vielen strategischen Hausaufgaben vorneweg ausnahmsweise beiseite.

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Merkzettel: Aktuelle Blogparaden

Ach ja, und dann hab ich da ja noch was auf meiner To-do-Liste… und daran lass ich jetzt einfach mal alle teilhaben, die grad nicht wissen, worüber sie bloggen sollen:

… kennt Ihr noch eine spannende Blogparade, die ich übersehen habe?

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PS in eigener Sache und mein Highlight der Woche:
Die ZFU-Zulassung für den ILS-Fernlehrgang “Social Media Manager” liegt vor, jetzt stehen noch ein paar interne Vorbereitungen an, dann geht es los! Ich bin mir sicher, dass Anmeldungen ab der zweiten Juni-Hälfte möglich sind. Nachfragen bitte direkt ans ILS richten, sobald ein Datum fetsteht, gebe ich auch hier Laut!

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  4. Meine Blogroll ist mein Team! > Blogparade “Blog’n Roll”

Discussion

2 Responses to “Meine Lieblinks der Woche – Rückschau KW 21 2011”

  1. Zu Virato:
    “Das Problem ist, dass eine informierte Gesellschaft nicht ausschliesslich auf dem aufbauen kann, was interessiert. Denn Interesse ist eine recht hedonistische menschliche Regung, die nur unter Anstrengung vom Individuum gelöst und auf kollektive Ziele geleitet werden kann.
    // gefunden bei: netzwertig.com”

    95% meines Traffics bekomme ich nicht aus sozialen Netzwerken, Facebook spielt bei den restlichen 5% überhaupt keine, Twitter eine marginale Rolle. RSS ist eine stetige Größe und eben viel Google.
    Selbst ein Günther Dueck träumt ja davon, die Inhalte(!) im Netz qualitativ(!) aufzuwerten und nicht die Diskussion über Inhalte, die mir deutlich überrepräsentiert scheint.
    Ich werde immer sehr nachdenklich, wenn das relevant ist, was die Masse für relevant hält. Und ich sehe eine gewisse Redundanz: Ein Artikel ist oft bei z.B. Facebook verlinkt (= hoch gerankt) und wird das zusätzlich dann nochmal durch einen automatisiert und quantifiziert arbeitenden Aggregationsdienst wie z.B. jetzt neu Virato. Das ist gut für die Wahrnehmung eines Blogs, das dann aber schon vorher in erheblichem Maße wahrgenommen worden ist. Vielleicht sogar von den gleichen Leuten, die es bereits auf FB verlinkt haben… Dann würde sich der Kreis einfach nur schließen.

    Gruß,

    Maik

    Posted by Maik Riecken | 30. Mai 2011, 08:45

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  1. [...] Idee kam mir schon vor ein paar Tagen, als ich mich ausführlicher mit dem neuen News-Aggregator Virato.de beschäftigt habe: Warum nicht dem engagierten Björn [...]

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