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SoMM 04 : XING, FB, Google+ & Co.

Warum Google+ echte Chancen hat

Das Google+ Projekt verbindet viele Tools, die für ein florierendes Netzwerk unerlässlich sind.

Meine Twitter-Timeline ist randvoll mit Google+ (<– die zukünftige Startseite…). Gestern Abend hat Google seinen neuen Ansatz, zum Sozialen Netzwerk zu werden, vorgestellt, Stunden später ist die Meinungsbildung in vollem Gange.

Auch das alt bekannte Spiel beginnt von Neuem: Invites anbieten oder erbitten, denn noch befindet sich das Projekt im Closed Beta Test.

Während im Blog SEO-united.de eine spontane Leser-Umfrage zur ersten Meinungsbildung über das Google+ Projekt (<– erste Beschreibungen von Google auf deutsch) stattfindet, wage ich eine spontane Prognose …

… und bin damit ganz anderer Meinung als @UARRR Marcel Wichmann, @talkabout Mirko Lange (mein Fehler, er sprach von Googles Bewertungstool +1, nicht von Google+ …) oder @bch Bjoern C. Hasse, aber dafür ganz bei @frank_tentler in seinem MUST-READ BLOG ARTIKEL):

Google+ hat echte Chancen, sich als Soziales Netzwerk zu etablieren.

 

Ich habe drei Gründe, das anzunehmen:

“Gmail has more than 200 million users, and every single one of them has to be signed in to use it.

Google.com gets more than 1 billion visitors per month, and some of them are going to be signed in as well. As those users sign up for Google+, they’re going to be continually reminded to check the site.

That’s one way to build an audience fast.”

1. Google+ fängt in punkto Vernetzung (vorhandene Kontakte) nicht bei Null an (wie z.B. Diaspora). Seien wir ehrlich: Wer hat derzeit Lust, sich auf einer neuen Plattform noch einmal ein neues Netzwerk komplett neu aufzubauen? Im Vergleich zu Start Ups wie Diaspora ist Google hier klar im Vorteil, denn mittlerweile sind viele dort mit einem eigenen Account angemeldet, nutzen Gmail oder den Feedreader und vernetzen sich darüber mit anderen Google-Usern. Und auf all diese Kontakte kann man mit Google+ zugreifen und somit bereits aus dem Vollen schöpfen.

2. Google+verknüpft endlich eine größere Anzahl an Tools und Funktionen sinnvoll miteinander (statt Single-Lösungen wie Wave oder Buzz) zu verfolgen. Twitter kann es nur einmal geben, dass hat Google nicht wahrhaben wollen und erst Wave und dann Buzz erfunden. Jetzt bündelt Google mehrere Funktionen, die zusammen tatsächlich Netzwercharakter bilden:

- Kontakte in Listen einzuteilen (Circles),
- spontane Videochat-Zusammenkünfte initiieren (Hangouts),
- persönliche Suchabfragen speichern und teilen (Sparks),
- eine Sofort-Upload-Funktion für Fotos sowie
- eine Funktion, um SMS-Korrespondenz mit mehreren in einen Chat zu bündeln (Huddle)

3. Google+ wird sich in Sachen Datenschutz und Privatsphäre von Facebook positiv abheben. Und damit ist viel fürs Image das Wesentliche getan…

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Ok, ein paar gute Funktionen machen noch keinen Sommer, und niemand kann erwarten, dass innerhalb nur weniger Wochen oder Monate die Machtverhältnisse neu sortiert werden, doch ein Ansatz lässt sich erkennen – und vor alem: Google+ wird von Anfang an mobil einsatzfähig sein. Ohne Apps braucht eigentlich niemand mehr mit irgendwas an den Start zu gehen, insofern auch hier: volle Punktzahl!

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Linktipps: informative (Faktenlastige) Beiträge zum Vertiefen:

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Discussion

7 Responses to “Warum Google+ echte Chancen hat”

  1. das gilt abzuwarten.

    Danke für die Infos.

    Posted by Enrico | 29. Juni 2011, 12:19
  2. Mirko Lange tust Du hier Unrecht, sein Tweet bezieht sich auf +1 und nicht auf Google+ :-) Ich persönlich sehe Google+ auch eher als Chance und freu mich schon darauf, es ausprobieren zu können.

    Posted by Christian Henner-Fehr | 29. Juni 2011, 13:28
  3. Hi Dörte,

    also ich kann mir noch gar keine Meinung über Google+ bilden. Ich kenne ja noch gar nichts ;-)

    Allerdings fand ich Wave noch den Vorabpräsentationen auch klasse. In der Realität war es dann leider nix.

    Posted by Mirko Lange | 29. Juni 2011, 19:00
  4. Hi Mirko, hast ja Recht…
    Zum Glück kann man Meinungen ja auch noch ändern. ;-) ich bin gespannt, wie sehr ich womöglich daneben liege.

    Posted by Dörte Giebel | 29. Juni 2011, 19:06
  5. Hallo Dora^^

    Ja, darin stimme ich Dir zu: Google+ hat Chancen, und es ist tatsächlich sehr bequem, seine ganzen Freunde und Querverknüpfungen einfach mitzunehmen.

    (Obwohl es da überraschende Effekte gibt: Bei Buzz haben sich – zumindest bei mir – ganz andere Freundeskreise herausgebildet, als auf Twitter oder Facebook. Meine Vorliebe, einen Haufen Daten (Emails, Dateien, Programmcode) mal mit ganz verschiedenen Programmen zu durchforsten, weil jede Program- oder Browser-Metapher einem neue Erleuchtungen bescheren kann, gilt durchaus auch für das eigene soziale Umfeld.)

    Um es kurz zu machen: Ja, ich bin gespannt auf Googles neuen Wurf, und ich begebe mich – einmal mehr – gerne in die Arme von Mama Datenkrake.

    Aber trotzdem: Ein “Facebook-Ersatz” für die nächsten Jahre und Jahrzehnte darf nicht in der Hand einer einzelnen Firma liegen, sondern sollte unbedingt als Familie von Open Source-Protokollen definiert werden (gerne mit einer Referenz-Implementation durch eine Firma wie Google, aber eben mit der gesunden Konkurrenz durch Alternativen, die durch die gemeinsame Dokumentation zueinander kompatibel sind). Nur so kann das Netzwerk wachsen, kann der User sich den passenden Client aussuchen, und kann die Kundin auf konkurrierende Anbieter ausweichen, wenn der neue Anbieter bessere Features eingebaut hat, mal wieder einer der Server gehackt wurde, oder es sich herausstellt, dass schwarze Schafe Deine Daten an die werbetreibende Industrie verhökern.

    Ich sage jetzt nicht das D-Wort, das mit “iaspora” aufhörende. Bei meinen letzten Tests, beim zweiten D-Hype Ende 2010 konnte ich aus über einem Drittel der offiziell announcierten D-Server sämtliche privaten Informationen der angemeldeten User auslesen, Private Chats, Emailadressen und verschüsselte Passworte (ohne irgendeinen bösen Hack, einfach nur durch Kenntnis der eingesetzten Software). Ich persönlich hoffe eher, dass an status.net – das ja leider mit Gruppen, Freunden und Microblogging nur einen Teil der Anforderungen abdeckt – mal ein vernünftiges Forum angedockt wird, mit dem man öffentliche und private Diskussionen in etwas mehr als Twitter-Format führen kann.

    Das Internet ist groß geworden, indem es sich auf gemeinsame Protokolle geeinigt, und dabei Alleingänger wie AOL oder T-Online überholt hat, genau wie ein Mischwald sich über Jahrhunderte verändert, und den neuen Bedingungen anpasst, während die Monokultur-Maisplantage nebenan schon längst von Käfern aufgefressen wurde. Ich hoffe, dass wir das im Zeitalter von Mama Google und Onkel Facebook nicht wieder vergessen.

    Posted by Torrid Luna | 29. Juni 2011, 23:11

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  1. [...] schon vor 2000″-Leute…). Alles wird ist gut. (Zurzeit befinde ich mich mit meiner Prognose also in guter [...]

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