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6 # Lernen 2.0

Building ≠ Sharing – Plädoyer für Open Knowledge Communities | Meine Antwort als Patin im #ocwl11

Was heißt es eigentlich, das Konzept des Knowledge Building von Marlene Scardamalia und Carl Bereiter (2006, PDF) in der Praxis – im Speziellen in der beruflichen Praxis am Arbeitsplatz – anzuwenden? Hierauf erwarten die Teilnehmer/innen des Open Course Workplace Learning 2011 von mir als Patin der ersten Themeneinheit eine Antwort…

Es hat eine ganze Weile (48 Stunden sind im Netz eine halbe Ewigkeit…) gedauert, bis mir klar war, wie ich auf den Beitrag der Studierenden antworten kann und möchte. Das liegt daran, dass ich nicht vorbereitetes aus der Tasche ziehen wollte, sondern wirklich im laufenden Prozess reagieren wollte – und das ist nebenberuflich eben auch nur nach getaner Arbeit möglich. Ich hoffe, mein Beitrag wird den Erwartungen gerecht und meine Bezüge zum Beitrag der Studierenden wird deutlich. Nichts ist ja schlimmer als eine ANtwort, die nicht als solche verstanden wird…

Bevor ich meine Grundsätze gelingender kollaborativer Wissensarbeit à la Scardamalia/Bereiter im beruflichen Kontext vorstelle und dabei begründe, warum simples Sharing nicht ausreicht, um Knowledge Building zu berteiben, und warum die Idee einer Community zu wichtig ist, möchte ich mich kurz als Patin legitimieren.

Meine Erfahrungen mit Kollaboration und Knowledge Building

  1. Ich habe gemeinsam mit einem virtuellen Team aus 16 Expertinnen und Experten einen Fernlehrgang entwickelt, der Social Media Management zum Thema hat. Seit der Lehrgang im Sommer an den Markt gegangen ist, arbeite ich hierfür als Studienleiterin und betreue mittlerweile – gemeinsam mit vielen anderen aus dem Expertenteam – die ersten rund 60 Fernstudierenden (und täglich werden es mehr).
  2. Ich bin seit wenigen Monaten als Customer Relationship & Community Managerin an Deutschlands größter Fernschule, dem ILS in Hamburg, tätig und habe die Aufgabe, mir Konzepte zu überlegen, wie die über 80.000 Teilnehmer/innen im Jahr in noch stärkerem Maße aktiviert und begeistert werden können und sich zugehörig fühlen – alles, was glückliche Kunden einer Privatschule produziert eben.
  3. Und in diesem Kontext vielleicht meine wichtigste Expertise: Ich nutze selbst seit Jahren die kollaborativen Strukturen des Netzes, um mich weiterzubilden. Konkret: Mein komplettes Wissen, dass ich – studierte Germanistin und 12 Jahre lang PR-Beraterin – in meinen neuen Berufen als Lehrgangsentwicklerin, Studienleiterin und CRM-Verantwortliche einsetze, habe ich im Austausch mit anderen Menschen und deren Beiträge im Netz und in daraus entstandenen persönlichen Begegnungen gewonnen und gewinne es so auch weiterhin. Kontextlose Vorratswissensaneignungen in klassischen Bildungsmaßnahmen sind mir doch recht fremd geworden…

Sharing ≠ Building und kein Building ohne Community:
Mein Verständnis gelingender Wissensarbeit

Um mein Verständnis gelingender gemeinsamer Wissensarbeit (u.a. am Arbeitsplatz) vorzustellen, möchte ich – ausgehend von dem Grundlagentext von Marlene Scardamalia und Carl Bereiter (2006, PDF) und der mit Anknüpfungspunkten versehenen Zusammenfassung der Studierenden – meine persönlichen Grundsätze formulieren und mit eigenen Erfahrungen anreichern:

Building ist ungleich Sharing

Wissen wird nicht geteilt, sondern gemeinsam erzeugt. Was trivial klingt, ist in Wahrheit genial – und gleichzeitig eine Herausforderung! Denn: Wissen zu teilen ist irgendwie ganz einfach: Ich gebe preis, was ich weiß, indem ich beispielsweise einen Link twittere oder eine Information in einem Wikipedia-Artikel ergänze. Habe ich dadurch schon an etwas Neuem mit “gebaut”? Nicht wirklich, oder wenn dann als Nebeneffekt. Natürlich kann ich einfach mal was in den offenen Raum reingeben, ohne zu ahnen, wer damit etwas anfangen möchte. Doch um wirklich etwas zu bauen (Building), muss man schon mit ein paar Leuten an einem Strang ziehen…

Um gemeinsam Wissen zu erzeugen, braucht es eine Gemeinschaft

Und genau deshalb ist dieser Ansatz zu hervorragend geeignet, um in Systemen wie Schulklassen angewendet zu werden. Auch auf die meisten Arbeitsplätze, in denen es Teams, Abteilungen oder sonstwie zugängliche Kllegen/innen gibt, trifft das zu. Und darum scheinen “Knowledge Building” und “Workplace Learning” wie Ar*** auf Eimer zu passen. Und darum funktionieren Unternehmenswikis meistens nicht.

“Personen bekommen nach dieser Idee nicht mehr Belohnungen für das, was sie wissen, sondern für das, was sie zum gemeinschaftlichen Wissen beitragen.” (Quelle)

Ja, Ihr habt richtig gelesen, DAS Vorzeige-Tool des unternehmensinternen Wissensmanagement ist oftmals alles andere als gemeinsamer Wissensaufbau. Warum? In Wikis geht es oft genug nur darum, dass abzuladen, was ich weiß – ohne es wirklich in Beziehung zu anderen zu setzen. Es entsteht eine Masse an Wissen, die sich aber niemand wirklich aneignet (wozu auch?). Trotzdem werden diejenigen, die sich aktiv am Wiki beteiligen, schon als voll tolle Mitarbeiter/innen gehypt, dabei haben sie eigentlich im Hinblick auf Knowlegde Building à la Scardamalia/Bereiter noch nichts geleistet. Zu Recht weisen die Studierenden darauf hin, wie das eigentliche Anreizsystem aussehen müsste (siehe Zitat rechts).

Wenn ich mir überlege, wie ich zurzeit als frisch gebackene Abteilungsleiterin agiere, um gemeinsam mit meinem Team eine Neukonzeption des CRM vorzunehmen, dann steht eines fest: Ich gebe nicht die Allwissende, sondern rege einen gemeinsamen – und zudem abteilungsübergreifenden – Prozess an, in dem wir uns an Lösungen herantasten, jeder seine Ideen und Fragen einbringen darf und wir im fortwährenden Gespräch (das meiste davon übrigens informell!) Neues kreieren. Ich hatte noch nie so viele Meetings und so viele Gespräche zwischen Tür und Angel. Für Stillarbeit bleibt kaum Zeit – und siehe da, es entwickelt sich (trotzdem?!?) etwas…

“Wenn man den Lerninhalt vorbereitet, sollte man nicht vergessen, dass Ideen sich gegenseitig beeinflussen und nur auf diese Art und Weise neue, komplexe Ideen entstehen können.” (Quelle)

Das Ganze läuft übrigens auf recht kommunistische Verhältnisse im Reich des Wissens hinaus. Warum? Ganz einfach: Weil es keine Vorteile mehr bringt, Wissen für sich zu behalten. Ist Euch schon einmal aufgefallen, wie Fehlentscheidungen zustande kommen? Meistens liegt es doch daran, dass Menschen ohne große Rücksprachen tun, was sie (und womöglich nur sie) für richtig halten. Steve Jobs hat gesagt, so wurde er zumindest während der Gedenkfeier von Apple am 19. Oktober 2011 zitiert, dass wirklich Großartiges niemals nur von einem Einzelnen, sondern immer von einem Team geleistet wird. In diesem Sinne kann auch ein Einzelner niemals das wirklich brilliante Wissen besitzen (besitzen!!!!!), sondern dieses besondere Wissen entsteht immer im Diskurs.

Doch wo entsteht ein Diskurs, wenn nicht in einer Community? Menschen müssen sich zwangsläufig aufeinander beziehen, wenn sie wirklich etwas Neues aus den Zutaten einzelner kreieren wollen. Sie müssen sich quasi füreinaner entscheiden. Und diese Entscheidung füreinander, dieser Eintritt in eine Community macht aus einer zufälligen Ansammlung von Menschen, die Wissen haben, aber auch Fragen, eine Gruppe gemeinsam Suchender, Forschender. Dabei reicht es, wenn einer eine Frage hat und damit das Problem und den Wunsch zur Lösung vorgibt. Jetzt können alle diesem einen helfen – oder besser, nicht ihm, sondern dem Problem. Sie können aber auch eigene Erkenntnisinteressen daran andocken. Am Ende haben sicherlich alle etwas gelernt und alle etwas zur Problemlösung bzw. zur Zielerreichung beigetragen.

1. Bildet Gruppen!

2. Bezieht Euch aufeinander!
Verweist aufeinander!

3. Stellt einander Fragen,
statt nur ungefragt
Antworten zu geben!
(Quelle)

Dass ich Gruppenbildung für unerlässlich in offenen Angeboten wie MOOCs halte, habe ich bereits mehrfach formuliert. Denn so MASSIVE und so OPEN das Angebot eines Open Course auch sein mag: Erst durch das Commitment der Beteiligten wird etwas entstehen, was über die Literatur- und Linkempfehlungen der Gastgeber/innen hinausgeht. Stellt Euch vor, es ist MOOC und keiner bloggt oder twittert dazu. Ja, liebe Lurker, Ihr dürft bleiben. Aber Ihr solltet wissen, dass Ihr in einem Schulsystem à la Scardamalia/Bereiter keinen Schulabschluss hättet und dass Ihr unter Kolleginnen und Kollegen in einer modernen Organisation mit einem zeitgemäßen Wissensmanagement womöglich die Probezeit nicht überlebt…

Und zum Schluss noch ein Satz zu allen ängstlichen Chefs dieser Welt, die in Sorge sind, dass nicht mehr genügend gearbeitet wird, wenn ihre Mitarbeiter/innen dauernd Neues lernen:

Hallo Chefs, vergesst nicht: Lernen ist Arbeiten!

Lernen ist übrigens auch Arbeiten und andersrum. So gesehen brauchen Unternehmenschefs auch keine Angst mehr vor lernenden Mitarbeitern zu haben. Indem Mitarbeiter am Arbeitsplatz lernen, tun sie aktiv etwas für die Bilanz.

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Discussion

12 Responses to “Building ≠ Sharing – Plädoyer für Open Knowledge Communities | Meine Antwort als Patin im #ocwl11”

  1. Ziemlich hart, wie du da mit lurkern ins Gericht ziehst. Bist du, bei vielen Gelegenheiten, nicht selbst nur lurker? Also ich schon. Lurker sind nicht nur die, die sich nicht trauen… ^ http://tinyurl.com/6hhvtde

    Posted by Boris | 28. Oktober 2011, 16:03
    • Du hast Recht, Boris, das ist hart. Doch nur so wird deutlich, dass im so verstandenen Prozess des Knowledge Building es eigentlich ja keinen Platz für Lurker gibt: In der Schule können sie nicht bewertet/benotet erden und im Unternehmen sind sie wertlos – es sei denn, sie schnappen sich all das von anderen erarbeitete Know-how und vollbringen damit tolle Einzelleistungen – bestimmt zur großen Freude der Kollegen (not).

      Natürlich bin ich bei vielen Gelegenheiten selbst nur Lurker. Aber dann bin ich vieleicht auch gar nicht wirklich drin, sondern eigentlich draußen. Ich weiß, diese Diskussionen wiederholen sich, doch wenn wir Wissensbildung als einen Diskurs einer sich aufeinander beziehenden Gruppe von Menschen mit miteinander vereinbaren Erkenntnisinteressen begreifen, dann gibt es kein “Ich les nur mal ein bisschen mit”. Nur wer mitmacht ist drin.

      Ich bleibe jetzt erstmal bei dieser Position, denn wenn wir sie hier konkret auf das benannte Model von Knowledge Building beziehen, ist das meines Erachtens “erlaubt”.

      Posted by Dörte Giebel | 28. Oktober 2011, 17:02
      • @Dörte: Um dich nicht nur für deinen Beitrag zu loben, beziehe ich mich direkt auf deinen Kommentar:
        1. Steve Jobs war ein ganz fürchterliches Teammitglied, und er tat sehr oft gerades das, was die anderen für falsch hielten (vgl. die neue Biografie).
        2. Herr Larbig, ein sehr guter Teamworker, denkt sehr lange über eine Frage nach und schreibt einen langen Artikel, bevor er ihn als Anregung herausgibt.

        Dennoch gebe ich dir recht: Im gegebenen Kontext ist es wichtig zu betonen, dass “teilen” und “schnorren” im Zusammenhang mit Wissensarbeit fast genauso schlecht ist wie “paste” und “copy”.

        Posted by Fontanefan | 29. Oktober 2011, 23:55
        • Richtig, Walter!

          Ich glaube es ist unabdingbar auch alleine, im stillen Kämmerlein, Wissen zu schaffen, mit Abstand zu reflektieren was man z.B. aus einem Prozess des Knowledge Building gewonnen hat oder nicht.

          Auf dieser Grundlage kann man dann selbst Handeln oder das eigens geschaffene Wissen wieder in einen (auch anderen) Prozess des Knowledge Building einfließen lassen.

          Gemeinsam und einsam gehen Hand in Hand und nicht getrennte Wege.

          “Teilen” ist die Grundlage der Schaffung von Wissen (aka Knowledge Building) und mit “geschnorrtem” Wissen wird wahrscheinlich in einem anderem Kontext wieder Wissen geschaffen.

          Letzteres ist legitim, wenn man die diversen Wissensgemeinschaften als Subsysteme der Wissensgesellschaft begreift, zu der alle ihren Teil beitragen.

          Posted by Boris | 30. Oktober 2011, 11:50
        • @Fontanefan
          Was Du über Herrn Larbig schreibt, finde ich sehr wichtig!
          –> Wie viel Zeit lassen wir uns gegenseitig für Antworten?
          –> Ab wann stempeln wir jemanden zum Lurker ab, nur weil er/sie noch nicht so weit ist?

          Ich wünsche mir angesichts von Twitter und all diesem spontanen Status-Upgedate manchmal eine Verlangsamung der Netz-Diskussionen. Ich war genau aus diesem Grund sehr dankbar, dass der #ocwl11-Kurs mit zweiwöchigen Themeneinheiten langsamer getacktet ist. Und gleichzeitig hat mich doch mein Job als Patin ganz schön gestresst, denn der Beitrag musste doch in einem sehr engen Zeitfenster geschreiben werden. Ich hatte genau einen Abend Zeit dafür, den kollaborativen Artikel der Studierenden zu reflektieren und mir meine Antwort zu überlegen. Mein Anspruch war, meinen Beitrag noch deutlich vor dem Wochenende ins Netz einzuspeisen, um anderen wiederum möglichst viel zeitraum zu geben, sich daran zu reiben und eigene Gedanken zu entwickeln…

          Posted by Dörte Giebel | 4. November 2011, 11:32
      • @Dörte: Ist es Scardamalia/Bereiter nicht eher daran gelegen gerade diejenigen, die durch-/rausfallen würden zu fördern und Sie nicht, wie du – “Basta!” – vor vollendete Tatsachen zu stellen.

        Und wenn du selbst als lurker “nicht wirklich drin bist”, wie du sagst, warum bist du dann dabei???

        Ich für meinen Teil bin bei vielen Gelegenheiten als lurker dabei, weil ich davon profitiere nur zu lesen. Und wenn ich selbst nie oder nur selten beitrage, dann vergesse ich aber auf jeden Fall nicht, wo oder von wem ich profitiert habe und versuche das auf irgend eine Art und Weise zu honorieren.

        Posted by Boris | 30. Oktober 2011, 12:44
        • Hallo Boris,
          sorry, dass ich erst jetzt antworte, mein Offline-Leben war in den vergangenen Tagen etwas turbulenter als geplant…
          Die Lurker-Diskussion müssen wir definitiv etwas differenzierter führen. Hier geht es ja um Knowledge Kollaboration in geschlosseneren Systeme wie Klassenzimmern und Arbeitsplätzen. Da ist es meines Erachtens nicht ganz so einfach, mehrere schweigend Konsumierende zu integrieren, als in offenen Systemen wie dem Internet. Lurker in Open Online Courses finde ich total unproblematisch und selbstverständich. Lurker in geschlossenen Systemen sind irgendwie schwerer zu “ertragen”, ist mein Eindruck.
          Ich versuche das nochmal ausführlicher in Worte zu fassen und dabei auch den feinen Link einzubeziehen, den Du gepostet hast, danke dafür!
          Viele Grüße
          Dörte

          Posted by Dörte Giebel | 4. November 2011, 11:22
  2. Ich empfinde das als als eine großartige Übersetzung des wissenschftl. Artikels in die Praxis und als ein Lehrbeispiel für uns Paten, der einen schwer erreichbaren Standard setzt. (Ein Glück, dass ich zu meinem Stichwort der einzige Pate bin und dass es noch eine Patin gibt!)
    Nicht zuletzt, weil er auch noch der Diskussion Raum gibt.
    (nach Dueck (http://www.youtube.com/user/Wilddueck)ein weiblicher / Facebook – Kommentar)

    Posted by Fontanefan | 30. Oktober 2011, 00:07
  3. Hallo,

    als bekennender Unternehmens-Wiki-Fan hier ein kleiner Widerspruch:
    1. Die besten Artikel (wie ich finde) entstehen nicht als Wissens-Ablage, sondern als gemeinsam geschriebener Business Case im Rahmen von Projekten, und da entsteht zwangsläufig eine Community mit fortlaufendem Diskurs.
    2. Manchmal mag ich persönlich mir etwas nicht “aneignen”, sondern lieber bei Bedarf nachschlagen (Zahlen, Maßangaben etc, die ich mir nicht merken kann, oder wo ich lieber noch mal prüfe). Und dann bin ich froh, wenn ich es einfach nur suchen muss.

    Posted by edyssee | 31. Oktober 2011, 12:46
  4. Danke für den Beitrag! Ja: Eine Knowledge Building Community entsteht nicht von selber … jenseits der Frage ob Lurker lurken dürfen, bleibt die Frage wie man eine Community etabliert (denn wenn alle lurken gibt es keine Community). Eine Lösung, die wir in den nächsten Tagen weiterdiskutieren sind Kollaborationsskripte, die etablieren zwar noch keine Community, strukturieren aber die Kollaboration und können so ein erster Schritt sein.

    Scardamalia und Bereiter mit Ihrem Fokus auf Schule betonen die gemeinsame Verantwortlichkeit der gesamten Community für Knowledge Building. Die Schüler sind dabei nicht für ein Produkt verantwortlich, dass erstellt werden muss (also einen Präsentation oder einen gemeinsamen Text), sondern für die Weiterentwicklung des Wissen der gesamten Gruppe. Und: Die Schüler sind nicht für Lernen verantwortlich, sondern für die Lösung eines Problems. Wie ereicht man diese gemeinsame Verantwortlichkeit? z.B. durch Ressourceninterdependenz (was im Unternehmen Alltag ist … ) oder durch eine Problemorientierte statt einer Themenorientierten Fragenstellung (auch das ist im Unternehmen Alltag … )

    Spannend finde ich auch die Frage, was passiert, wenn zwei Knowledge Building Communities aufeinander treffen. Die Diskussionen die ich in den letzten Tagen rund um die Themen Lurker und MOOCs verfolge, zeigen ziemlich deutlich: Da gibt es eine etablierte OPCO-Community von wenigen Aktiven, die sich z.T. kennen und auch schon feste Positionen haben. Das habe ich unterschätzt, dass es den Offlinern nicht so ohne weiteres gelingt, sich in eine bestehende Community zu integrieren, und sich zu trauen “sichtbar” zu werden.

    P.S.: Das ist “Lurken-erlaubt Problem” lässt sich übrigens ganz leicht mit dem Anspruch der “Normfreiheit” lösen. Die Frage ob Lurken erlaubt ist oder nicht, brauchen wir nicht “akademisch” zu beantworten, das ist eine moralische Frage. Und für den #ocwll ist die für die Offliner schon beantwortet: Lurken verboten. Für die Onliner könnten wir die Beantwortung der Frage an das Ende des Kurses schieben.

    Posted by Johannes | 7. November 2011, 00:32

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  1. [...] Giebel hat als Patin der ersten Einheit ihre Zusammenfassung des zur Lerneinheit dazugehörigen kollaborativen Etherpads der Studierenden zu dem Grundlagentext [...]

  2. [...] sondern vom Kursleiter veröffentlicht und auf den Beitrag der Themenpatin Dörte Giebel (⇒ Building ≠ Sharing – Plädoyer für Open Knowledge Communities) gab es seitens der Offline-Studenten keine Resonanz. Das lag aber wohl in erster Linie daran, dass [...]

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